Arbeitsgruppe Lebensmittel- und Ernährungsforschung

Brot gehört zu den Grundnahrungsmitteln da es wichtiger Nähr- und Ballaststofflieferant zur Erhaltung unserer Gesundheit ist. Der Weg vom ersten Getreidebrei bis zum heutigen Brot ist mehrere tausend Jahre lang und war sehr beschwerlich. Die Ausstellung zeigt die Herstellung des Brotes anhand von Darstellungen und historischen Arbeitsgeräten.

Aus Backstuben des 19. und 20. Jahrhunderts werden u. a. folgende Ausstellungsstücke präsentiert:

  • Back- und Kuchenformen für jeden Anlass,
  • Brot- und Brötchenschieber,
  • Gestelle mit Kuchen- und Stollenbleche,
  • Anschlagmaschinen zur Herstellung von Wienerböden,
  • Verschiedene Teig- und Strukturroller und Plätzchenausstechformen,
  • Teigknetmaschine und unterschiedliche Deckenwagen,
  • Formen zur Modelbäckerei und zur Schokoladenherstellung,
  • Teigknetmaschine mit Drehkessel
  • Mehlboiten und Teigmollen.

 

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Geschichte

In der mittleren Steinzeit liegt die Wiege des Brotes. Hier entdeckten unsere Vorfahren, dass aus Samen neue Pflanzen entstehen und das mühsame Sammeln entfiel. Zu den ältesten Getreidearten zählen Emmer (eine alte Weizenart), Gerste und Hirse. Im Mittelalter war Brei aus verschiedenen Getreidesorten die übliche Nahrung und ist auch bis in die Gegenwart Grundnahrung der ärmsten Schichten. Danach entstand das Fladenbrot, welches auf erhitzten Steinen oder in heißer Asche aus Brei gebacken wurde. Das erste, in einem Backofen gebackene Brot, wird Kleinasien 5800 v. Chr zugeschrieben. Ein gut organisiertes Bäckerhandwerk wurde schon im 5. Jahrhundert v. Chr. in Athen erwähnt. Aber auch in Rom gab es zu Beginn unserer Zeitrechnung eine angesehene Bäckerzunft. In Deutschland erreichte das Bäckerhandwerk im Mittelalter mit der Gründung der Städte große Bedeutung. Es entwickelten sich Zünfte, die durch Selbstkontrolle das Ansehen des Berufsstandes hochhielten. Sogenannte Brotschätzer oder Brotschaumeister kontrollierten die Qualität des Brotes und betrügerische Bäcker wurden bei Verstößen, wie Strecken des Mehles mit Gips oder Kreide, hart bestraft. Bekannt ist die "Bäckertaufe oder der Bäckergalgen". Der verurteilte Bäcker wurde auf einen Stuhl oder in einen Korb gesetzt, der an einer Art Galgengerüst befestigt war. Der Korb wurde nun durch Kot- und Jauchepfützen gezogen und darüber aufgehängt. Der Bestrafte mußte sich so dem Hohn und Gespött der Bevölkerung aussetzen. Mit dieser Strafe verlor er seine Ehre und brachte Schande über die Zunft. Eine Weiterentwicklung des Bäckerhandwerkes wurde begünstigt durch den Anbau neuer Getreidesorten, Verbesserungen der Mahltechnik, der Nutzung von Holzbacköfen, der Erfindung von technischen Neuerungen zur Zubereitung des Teiges und der Entdeckung eines Treibmittels.

Sie haben Interesse?

Wir hoffen Ihr Interesse für unsere Bäckerei geweckt zu haben. Es gibt aber auch noch anderes Sehenswertes. So können sie ein Waffeleisen mit eingraviertem Rezept, einen Meisterbrief von 1924, Dokumentationen zur Herstellung von Hefe- und Sauerteig und Wissenswertes zu Mehltypen und ihrer Verwendung entdecken.

 

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