Arbeitsgruppe Lebensmittel- und Ernährungsforschung

Fleisch war schon von je her ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Es enthält Eiweiß, wichtige Vitamine und Mineralstoffe, wie Eisen und Phosphor. Die Ausstellung gibt einen Einblick über die Entwicklung des Fleischerhandwerkes und die damit verbundenen Traditionen der Verarbeitung von Fleisch. So wird in einer Dokumentation die Hausschlachtung Schritt für Schritt dargestellt. Weiterhin können Sie Geräte und Maschinen mit zentralen Antrieb aus der Zeit der Fleischereitechnik von 1920 bestaunen.

Zu sehen sind:

  • Brühtröge,
  • Kutter, Knochensäge, Schleifstein und Gewürzmühle,
  • Wurstaufscnittmaschinen von 1900 und 1920,
  • Brühtröge, Messer und Schlachtebeile,
  • Bolzenschußapparat und Tötungshämmer,
  • Verschiedene Steintöpfe und Mollen,
  • Kessel mit Schaumkelle und Schwartennetz,
  • Wurststopfmaschinen (horizontal und vertikal),
  • Wetzstähle und Schleifsteine,
  • Speckwürfelmaschine,
  • Räucherstangen,
  • Pimentmühle.

 

dscn0477b wursterei

Zur Geschichte

Das Nahrungsbedürfnis führte schon in der Urzeit zum Jagen von Wild. Der Urmensch hatte an Fleisch aber wenig Interesse. Er aß die inneren Organe, Blut, Gehirn und Teile des Knochenmarks. Erst in der Steinzeit, als das Feuer genutzt wurde, begann er auch mehr Fleisch zu essen. Mit der Sesshaftwerdung der Menschen begann auch das Domestizieren von Haustieren. Im Mittelalter wurde über den Eigenbedarf hinaus Vieh gehalten und das Fleisch verkauft. Jetzt mussten, neben dem Trocknen und dem Einsalzen, weitere Möglichkeiten zur Haltbarmachung gefunden und Regelungen zum Umgang mit dem Fleisch geschaffen werden. In Deutschland erließ Bonifatius 736 u. Z. die erste fleischtypische Verordnung, die Richtlinien über den Verzehr von Fleisch nur im gekochten und geräucherten Zustand vorschrieb. In Ägypten erließ man bereits 2700 v. Chr. eine Schlachtverordnung. Im 16. Jahrhundert, mit der Entstehung der Städte, bildete sich das Fleischergewerbe heraus und gesetzliche Regelungen und Verordnungen wurden zwingend nötig. Dazu gehörten das Verbot des Verzehrs des Fleisches von kranken Tieren, die Betäubung und das Ausbluten der Tiere, die Notwendigkeit von Fleischbeschauern zur Feststellung von Trichinen und die Durchsetzung von Schlachthäusern. Deutschland war ab 1900 das erste Land, in dem die Fleischbeschau gesetzlich geregelt wurde. Bis heute sind handwerkliche Fleischer in der Fleischerinnung organisiert, um gemeinschaftlich neue Erkenntnisse umzusetzen und den Dienst am Menschen zu verbessern.

Haben Sie Interesse?

Haben wir Ihr Interesse geweckt, so besuchen sie unsere Ausstellung. Hier werden Sie noch viele kleine Dinge entdecken, die man für die Hausschlachtung benötigte, z.B. verschiedene Kratzglocken zum Fell abschaben, Kochwurststopfer, Fleischwölfe und Gefäße aller Art. Aber auch das Anschauungsmodell „Schwein“ und Bildtafeln „Fleischerei in früherer Zeit“ und zu Fleischarten können Ihre Kenntnisse des Zerlegens von Tieren erweitern.

 

zurück zu Die Müllerei
Übersicht Historische Ausstellung Lebensmitteltechnologie