Arbeitsgruppe Lebensmittel- und Ernährungsforschung

Die Verwendung von Kräutern und Gewürzen gehören seit Anbeginn der menschlichen Entwicklung zur Zubereitung von Speisen, aber auch zur Heilung von Krankheiten.

In der Ausstellung erfahren Sie Wissenswertes über Wild- und Kulturpflanzen in Form einer Samensammlung und durch Dokumentationen (Anfassen und Riechen ist erlaubt).

Eine Sammlung von Gräsern , Getreide und Gemüse soll vor allen Kinder mit dem Wachsen und Werden einheimischer Grundnahrungsmittel bekannt machen.

Zu sehen sind u. a.:

Kräuter und Gewürze: wie Boretsch, Brennnessel, Dill, Schafgarbe, Ringelblume, Kamille, Estragon, Engelwurz, Rosmarin, Salbei, Thymian, Kümmel, Majoran, Fenchel, Liebstock, Zwiebel, Petersilie u.v.m.,

  • diverse Kleesorten: Weiß-, Rot-, Horn-, Schweden-, Wund- und Inkarnatklee
  • diverse Gräser: wie Rohrglanz-, Kanarien-, Knaul-, Honig- und Weidelgras
  • diverse Getreidearten: wie Roggen, Weizen, Hafer, Mais, Hirse, Wicke und Gerste
  • diverse Hülsenfruchtarten: wie Erbsen, Bohnen, Linsen
  • diverse Gemüsearten: wie Möhren, Sellerie, Rote Rübe, Radies, Kürbis und Salat.

 

 krautergewuerze kl

Zur Geschichte der Kräuter und Gewürze ist Folgendes erwähnenswert.

Die Geschichte der Kräuter ist eng mit der Menschheitsentwicklung verknüpft. Im Laufe der Jahrhunderte lernte man, welche Pflanzen essbar waren und welche Vergiftungen hervorrufen. Man erkannte die Heilkraft der verschiedenen Kräuter und deren Anwendung bei unterschiedlichen Krankheiten. Dabei war Versuch und Irrtum eine schmerzhafte Lehre und auch Medizinmänner nutzten die halluzinogenen Wirkungen mancher Beeren und Pflanzen für ihre Zwecke. Die meisten Kräuter kamen ursprünglich aus dem Mittleren Osten. Die ersten überlieferten Aufzeichnungen finden sich in dem Kräuterbuch des chinesischen Kaisers um 3000 v. Chr. Ungefähr um 2000 v. Chr. wurden in Babylon verschiedene Verwendungsmöglichkeiten von Kräuter erstmals urkundlich erwähnt. In Ägypten entstand um 1550 v. Chr. das "Papyrus Ebers", dass bereits über 700 verschiedene Rezepturen für die Zubereitung von Kräutern enthielt. Auf diesen, in Jahrhunderten zusammengetragenen Wissen, bauten die Griechen auf und erweiterten es. Der Arzt und Lehrer Hippokrates, als "Vater der Medizin" in die Geschichte eingegangen, lehrte um 400 v. Chr., welchen Wert Kräuter bei der Linderung von Schmerzen und der Heilung von Krankheiten haben.

Im Mittelalter erlangten die Kräuter in Deutschland vor allem in den Klöstern Bedeutung. Salz war ein teures Gewürz und so machten die Kräuter viele Speisen schmackhaft und verdaulich. Die Äbtissin und Naturheilkundlerin Hildegard von Bingen empfahl schon vor 900 Jahren ein Gebäck aus Nelke, Zimt, Muskatnuss und Semmelmehl. Dieses "dämpfe die Bitterkeit des Herzens und mache den Geist fröhlich".

Kräuterrezept: Paprika-Möhrenaufstrich für 8-10 Scheiben Brot

Zutaten:
je 50g Zwiebeln und Butter, 250g Paprika, 100g Möhren, je 1 EL gehackten Dill und Petersilie, 1/2 TL Thymian, 1 Knoblauchzehe, 1-2 fein geriebene Haselnüsse, Kräutersalz

Zubereitung:
Paprika, Zwiebeln, Möhren und Knoblauch fein würfeln und etwa 10 Minuten zugedeckt in Butter weich dünsten und etwas abkühlen lassen. Haselnüsse, Kräutersalz, Thymian, Dill und Petersilie zugeben, mit einem Mixstab pürieren und abschmecken.

Die heilende und geschmackliche Wirkung von Kräutern und Gewürzen werden z. Z. wieder neu entdeckt. Wenn Sie sich auch dafür interessieren, kommen Sie in unsere Ausstellung und erfahren Sie mehr zum Anbau, zur Pflege und zur Verwendung verschiedener Kräuter.

 

weiter zu Obst und Gemüse
zurück zu Die Zuckerwirtschaft
Übersicht Historische Ausstellung Lebensmitteltechnologie