Arbeitsgruppe Lebensmittel- und Ernährungsforschung

Obst und Gemüse waren von jeher schon eine Bereicherung des Nahrungsangebotes und sind aus unserer Ernährung nicht wegzudenken. In der Ausstellung finden sie eine Fülle von Küchenhelfern zur Verarbeitung und Haltbarmachung dieser Nahrungsmittel. Außerdem werden sie auf die Gurkenverarbeitung unserer Region aufmerksam gemacht.

Zu sehen sind u. a. Geräte des 19. und 20. Jahrhunderts:

  • Entsafter mit Flaschen und Gummikappen,
  • Weinballon mit Gärröhrchen,
  • "Flotte Lotte",
  • Bohnenschippelgerät,
  • Kirschentsteiner und Apfelschäler,
  • Gemüse- und Gurkenhobel,
  • verschiedene Glasöffner und Einkochgläser,
  • Kartoffeldämpfer und -presse.

 

obst

Zur Geschichte

Von China ist bekannt, dass im 13. bis 17. Jahrhundert, neben Reis als Grundnahrungsmittel, Obst und Gemüse in großer Vielfalt und Menge angebaut wurde. Zahlreiche Sorten konnten auch in einem warmen Dungbeet oder in einer Art Treibhaus aus Strohmatten im Winter gezüchtet werden. Hier wurde sogar schon auf Frische und kurze Garzeiten Wert gelegt. Gemüse, dass älter als einen Tag war, verkaufte man billiger. Viele Obstsorten wurden auch gekocht, als würzende Beilage oder als Pickles. In Europa war in dieser Zeitepoche Brot und Fleisch das Hauptnahrungsmittel. Obst und Gemüse war verpönt und galt als Armennahrung. Es gab auch nur wenige Sorten, hauptsächlich Kohl, als Eintopf. Dieser sollte nach damaliger ärztlicher Auffassung einen unangenehmen Saft absondern, der das Blut schlecht macht, den Magen stört und schreckliche Träume erzeugt. Im Winter gab es auch kein frisches Gemüse, sondern nur eingesalzenen oder sauren Kohl. Obst galt als besonders gefährlich. In deutschen, französischen und englischen Gesundheitsbüchern konnte man lesen, dass Obst schlechte Säfte erzeuge und fauliges Fieber mache.

Nur Italien machte seit der Renaissance eine Ausnahme. Hier wurden Spinat, Artischocken, Melonen, Brokkoli und Erbsen verzehrt und später auch Importe aus der „Neuen Welt“ wie Paprika, grüne Bohnen und Tomaten.

Ab dem 18. Jahrhundert, als Mangelkrankheiten auftraten und die Ursachen erforschte wurden, erkannte man langsam den Wert der Vitamine in der Nahrung. Bekannt ist, dass Kapitän Cook während seiner Weltreisen der Mannschaft Gemüsesuppe gab und auf den Pazifischen Inseln Löffelkraut und wilden Sellerie sammeln ließ. Damit bekämpfte er erfolgreich die Vitamin-C Mangelkrankheit Skorbut.

Gemüserezept: Kürbissuppe

Zutaten für 4 Personen:
250 g Kürbisfruchtfleisch, 1 Zwiebel, ½ l Wasser, Brühwürfel, 20 g Butter, je 1 EL Reismehl und saure Sahne, Kräutersalz

Zubereitung:
Feingehackte Zwiebeln in Butter glasig werden lassen. Kürbisfleisch raffeln, dazugeben und gut anbraten. Aus Brühwürfel und Wasser Brühe aufkochen, Reismehl und Kürbis dazu, aufkochen lassen. Mit Kräutersalz abschmecken, saure Sahne dazu. In Suppenschalen anrichten.

Wer altbekannte Hilfsmittel und Hinweise zur Verarbeitung von Obst und Gemüse noch einmal sehen oder neu entdecken möchte, der ist in unserer Ausstellung genau richtig. Auch zu Großmutters Zeiten wurden schon Aufläufe zubereitet, was hier nachgewiesen wird.

 

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